Teilnahme am ökumenischen Theaterprojekt

Chor der Gemeinde Wismar nimmt an der Abschlussveranstaltung des Festwochenendes "Freiheit und Glaube" teil

Alles begann mit einer Einladung der evangelischen Gemeinden der Hansestadt Wismar. Gesucht wurden Chöre, die an der Abschlussveranstaltung des Festwochenendes "Freiheit und Glaube" teilnehmen. Diese wurde als Musiktheater in der St. Georgenkirche realisiert, das am Ende von ca. 200 Chorsängerinnen und -sängern mitgestaltet wurde. Nach anfänglicher kurzer (und schneller) Bedenkzeit waren sich alle Verantwortlichen einig, dass unsere Gemeinde daran teilnehmen sollte. Kurzerhand wurden erste Proben dafür organisiert. Auch nach der Sommerpause wurde weiter fleißig dafür geprobt, immer in froher Zuversicht, dass es mit den anderen Chören noch schöner und interessanter wird.

Das Theaterstück "Nevers Schweigen" handelt in der Reformationszeit in Wismar und erzählt die Geschichte des in Wismar tätigen Reformators Heinrich Never. Dieser war zwar in der Stadt beliebt und seine Worte hatten v.a. bei den Bürgern großes Gewicht. Dennoch konnte er sich nicht gegen den städtischen Rat durchsetzen und durfte letztendlich nicht mehr predigen. Sein Schlussappell ist geprägt von Hoffnung auf Freiheit in Glauben und Alltag und ein besseres Leben für alle. Der anschließende Schlusschor, gebildet aus insgesamt 6 Wismarer Chören unterstreicht das sehr eindrucksvoll mit dem Text: "In unsrer Freiheit werden wir singen und unsre Stimmen erheben. Die Chöre der Vielfalt werden klingen und den Glauben neu beleben". Das Bild zeigt einen Ausschnitt der gesamten Szene, auf dem v.a. Mitglieder unseres Chores zu sehen sind.

Nachdem die Gesamtproben allesamt eher zu Ernüchterung beigetragen haben und eine musikalische Entwicklung nur schwer festgestellt werden konnte, waren die Gefühle vor dem großen Auftritt am 23.9. eher gemischt. Letzte Korrekturen noch kurz vor Auftritt, hohe Konzentration und nicht zuletzt auch Gottvertrauen haben am Ende noch alles in einigermaßen sichere Bahnen gelenkt. Doch auch wenn das Ergebnis musikalisch aus verschiedenen Gründen nicht unseren ursprünglichen Erwartungen entsprach, so war die Teilnahme für unsere Gemeinde doch in zweierlei Hinsicht ein Gewinn. Zum einen haben wir gezeigt, dass wir als Christen an der Seite anderer Christen in unserer Stadt stehen. Dass wir gewillt sind, auch Projekte gemeinsam zu realisieren. Das Ganze steht auch unter dem Zeichen des kürzlichen Beitritts unserer Gemeinde zum städtischen Ökumenekreis. Zum anderen ist es auch eine sehr wertvolle Erfahrung für alle Teilnehmer gewesen. Die Skepsis, die man gegenüber dem äußerst exzentrisch wirkenden musikalischen Leiter haben kann steht in krassem Gegensatz zum Wissen, seinen Beitrag als Teil eines größeren geleistet und in unserer schönen Georgenkirche musiziert zu haben. Die Abenteuerlust hat sich so nicht nur GElohnt, sondern uns Teilnehmer am Ende auch mit großen Gefühlen und sicherlich lang anhaltenden Erinnerungen BElohnt.

Ein nach der Veranstaltung geführtes Gespräch mit dem musikalischen Leiter und Komponist der gesamten Musik dieses Musiktheaters, John Carlson, konnte indes auch viele Vorurteile aus dem Weg räumen. Nach eigener Aussage ist er ein gläubiger Mensch, der sich für das Zusammenwirken verschiedenster Chöre, für eine positive Darstellung dieser im Bühnenbereich und für positive Gefühle innerhalb aller Chöre eingesetzt hat. Das er mit seiner extrovertierten Art nicht immer sein Ziel erreicht hat, wird sicher Gegenstand weiterer Gespräche sein. Sein Wohlwollen uns gegenüber und sein Einsatz für gelebte "Einheit in Verschiedenheit" sollte uns aber vielmehr ein Beispiel sein und unsere Gemeinde motivieren, diesen Weg mutig weiter zu gehen.

Ich möchte mit einem Zitat unserer Chorleiterin Esther Frommhold schließen: "Das Beste war, wir waren als Chor dabei. Ich war ganz schön stolz auf unseren Chor."